Donnerstag, 1. Mai 2008

Der irrsinnige Schneider Teil 2 (Zur Person des unbekanten Zeitreisenden)

Der Schmerz an seinem Oberschenkel hatte etwas nachgelassen, nachdem Tami Zendrung die Wunde mit der letzten Dosis aus dem Medipack, fachmännisch, wie er fand, versorgt hatte. Er glaubte, die Naht war ihm richtig gut gelungen. Die Wundränder sind zwar rot und leicht entzündet, doch sein Körper beginnt schon, sich selbst zu heilen. Einem inneren, unerklärlichen Drang folgend war er wieder in Richtung des Wasserfalles aus fliessendem licht gewandert.
Das Geräusch, welches ihn geweckt hatte, vereinigt sich mit dem Heulen des Windes zu einer unheilvollen Sinfonie und nur der Hunger, der seinen Magen zusammendrückt wie eine reife Zitrone, wenn sie ihre angenehm süsse Säure über ein wohlschmeckend gebratenes Fischfilet ergiesst, lässt ansatzweise normale Gedanken zu. Ansatzweise normal, wie er sich selbstkritisch eingestehen muss. Er lacht hysterisch und wie er findet, leicht pervers.
Der Wind wird stärker und die Temperatur sinkt weiter. Der fallende Schnee dämpft das Klicken zwar ein wenig, doch das Klicken kommt näher und es klingt nicht gut, nicht glücklich, nicht friedvoll.
Der irrsinnige Schneider schnippelt mit tausend Armen und tausend Scheren den Stoff der Realität, seiner Wirklichkeit, in kleine Streifen gefrorener Zeit.

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